Der Sandkasten als Ort an dem beste Freunde spielend zueinander kommen, scheint seinen Ruf zu Recht zu haben - wenn man das Bild auf den ganzen Spielplatz erweitert. Gut jeder vierte Befragte war jünger als zehn Jahre als er seine wichtigsten freundschaftlichen Bande knüpfte und jeder Sechste fand seinen engsten Vertrauten in der Nachbarschaft. Als Stätte der Begegnung übertrifft nur die Schule das häusliche Umfeld. Drei von zehn besten Freunden trafen sich das erste Mal im Klassenzimmer oder auf dem Pausenhof. Und vier von zehn besten Freundinnen. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Mädchen schließen ihre bedeutsamste Freundschaft früher als Jungen.
Betrachtet man die Alterskurven beider Geschlechter, gibt es zwei Scheitelpunkte. Während die Mehrzahl der befragten Männer (26 Prozent) erst im Alter zwischen 15 bis 19 Jahren eine wirklich nahe und andauernde Freundschaft eingegangen sind, kennen die meisten Frauen (32 Prozent) ihre beste Freundin bereits vor ihrem zehnten Geburtstag. Die Neigung enge Verbindungen einzugehen, und das wird von vielen Studien wie auch diese Umfrage bestätigt, nimmt mit dem Alter ab. Was nicht heißt, dass über 25-jährige keine Chance mehr hätten, besondere Vertrautheit zu entwickeln. Noch 16 Prozent finden ihren besten Freund beziehungsweise ihre beste Freundin zwischen 25 und 40 Jahren. Im mittleren Erwachsenenalter allerdings werden beste Freundschaften meist gepflegt und selten neu gesucht.
Auf sie verzichten will fast keiner. Knapp zwei Drittel der Befragten hatten zum Zeitpunkt der Umfrage einen besten Freund, ein Drittel kannte eine solche Vertrautheit aus der Vergangenheit. Der Wunsch, sich noch einmal so eng zu befreunden lag bei Letzteren bei 75 Prozent. Gefunden werden Freunde im späteren Leben nahezu überall: im Verein, bei der Arbeit, beim Ausgehen und über die eigenen Kinder. Das Interessanteste ist vielleicht, dass nahe Freundschaften eher empfunden als definiert werden. Nur gut jeder Vierte hat sich über die besondere Qualität der Beziehung tatsächlich ausgetauscht. Sechs von zehn Befragten dagegen wissen, dass sie jemandes bester Freund sind und selbst einen solchen haben - ohne gemeinsam darüber je ein Wort verloren zu haben.