"Lieber Alex, ich habe mich verliebt in dich. Ich liebe dich, glaube ich zumindest...". Sich so weit vorzuwagen, kostet Mut. Schriftliches Schwärmen und buchstäbliche Bekenntnisse sind dabei keine Domäne der Jungen. Entgegen dem Vorurteil, Mädchen ließen sich umwerben, greifen diese im Alter zwischen 13 und 15 Jahren genau so oft zum Stift oder in die Tasten wie ihre Mitschüler. Nur der Stil unterscheidet sich. Mädchen schreiben ganz direkt: "Ich mag dich.", "Ich will dich.", "Ich liebe dich!".
Jungen dagegen holen ihrer Angebeteten zumindest schriftlich die Sterne vom Himmel. Sonst maulfaule Pubertierende, die kaum Deutsch als Lieblingsfach angeben würden, geschweige denn einen Gedichtband im Regal stehen haben, werden durch Herzklopfen dichterisch beflügelt. "Du bist die Sonne!", "Ich liebe dich, mein Stern." setzen sie Schwarz auf Weiß. Coole Typen üben sich in Komplimenten: "Mach nochmal die Haare hinters Ohr, du siehst dann soo niedlich aus!" und gestehen "Du bist der erste Gedanke, wenn ich morgens aufwache und der letzte Gedanke, wenn ich abends einschlafe.".
Der tiefe Blick in die Augen führt auf beiden Seiten zur Feststellung, dass sie die schönsten auf der Welt sind. Und auch Übermut tut gut, als Mädchen: "Willst Du mit mir gehen? Ja oder Ja? Antworte schnell, sonst bin ich vielleicht schon vergeben..." und als Junge "Ich heirate doch!". So weit kommt es zwar meist nicht. Aber aus der heimlichen Korrespondenz entwickelte sich für immerhin jedes sechste Mädchen die erste Liebe. Bei den Jungen ließ sich sogar jeder Vierte durch Worte entflammen und gewinnen. Durch Zeilen wie diese: "Du bist das Beste, was mir passieren konnte. Hoffentlich ist es für immer!".