DeutschlandPfeil nach unten

/ Psychologie
 

Prima Klassenklima ist kein Zufall

Überwiegend gute Noten gaben über 1000 StayFriends-Mitglieder dem Klima in ihrer ehemaligen Klasse. Knapp drei Viertel haben sich im Kreise ihrer Mitschüler wohl gefühlt. Lesen Sie hier, welche Faktoren für das Wohlergehen maßgeblich sind und woran es manchmal hapert.

Zuerst die gute Nachricht: Das Zeugnis, das 1150 StayFriends-Mitglieder in einer Umfrage der Schulfreunde-Community ihrer ehemaligen Klasse ausstellten, ist beeindruckend positiv. Nicht "sehr gut", aber wenn sich 72 Prozent aller Befragten mit ihren Mitschülern wohl gefühlt haben, dann ist das mehr als die meisten Schulanekdoten, die in vielen Familien erzählt werden, hoffen lassen. Ungerechte Lehrer haben überraschend wenigen Schülern zu schaffen gemacht. Nur jeder Zwanzigste litt unter einem Pädagogen so sehr, dass ihm die Lust am Lernen verging.

Dabei ist durchaus nicht jeder gerne zur Schule gegangen - gerade 62 Prozent aller befragten Ehemaligen würden das von sich behaupten. Am liebsten zuhause geblieben wären aber nur 15 Prozent der Zurückblickenden. Die schlechte Nachricht: Vier Mal wahrscheinlicher nur mit Widerwillen trat durchs Schultor, wer von Mitschülern getriezt oder misshandelt wurde. Meist von Einzelnen, seltener von einer Clique. Das Klima, das Mobbing begünstigt, wird nach Beobachtung der Betroffenen vor allem durch Gleichgültigkeit bestimmt.

Wenn sich die Mehrheit der Mitschüler und dazu der Lehrer indifferent gegenüber aggressivem Auftreten zeigen, fühlen sich die darunter Leidenden auf verlorenem Posten. Aggressionen entstehen nach Angabe der Umfrageteilnehmer unter Leistungsdruck (16 Prozent) in Konkurrenz (30 Prozent) und am häufigsten durch ungelöste Konflikte (49 Prozent). Der Kern des Problems aber ist eine Atmosphäre, in der abwertendes Verhalten akzeptiert wird und deswegen gedeihen kann. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen benennen dies als Grund für ihr mangelndes Wohlbefinden im Kreis der Mitschüler.

Flapsige Lehrersprüche und Neckereien sollten deswegen nicht verboten werden. Doch ist es an den Lehrern, darauf zu achten, dass der Respekt gewahrt bleibt und jeder im Unterrichtsraum Beachtung findet. Das Gefühl wahrgenommen und geschätzt zu werden, beeinflusst erfahrungsgemäß das Handeln jedes Einzelnen positiv. Ein harmonisches Klassenklima wird den Umfrageteilnehmern zufolge von drei Faktoren befördert: gegenseitige Anerkennung, selbstverständliche Hilfsbereitschaft und vor allem Interesse aneinander als Grundlage für jede Kooperation.

zurück zur Magazin-Hauptseite

 

szmtag