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Liebesbriefe wirken - und wie!

Ab der Mittelstufe können Lehrer nicht mehr mit ungeteilter Aufmerksamkeit rechnen. Unter der Schulbank werden Nachrichten ausgetauscht, die kein 7. bis 10-Klässler verpassen will: Geständnisse der Zuneigung, Komplimente und Liebesbotschaften. Der StayFriends-Umfrage vom Januar zufolge haben acht von zehn Jugendlichen während der Schulzeit schriftlich umeinander geworben. Und das ziemlich erfolgreich.

Ein Liebesbrief kommt selten allein. Das wissen acht von zehn Mädchen eines Jahrgangs und sieben von zehn Jungen. Schmetterlinge im Bauch wecken die Lust, sich mitzuteilen, wer liebt, will erhört werden. Am besten: erlesen. Denn erlesene Botschaften werden, wie die Umfrage zeigt, wahrscheinlich beantwortet. Nur jede zehnte wird ignoriert. In mehr als fünfzig Prozent hatte das schriftliche Liebeswerben junger Männer dagegen Erfolg. Die Briefe der Mädchen erreichten bei 40 Prozent der Jungen ihr Ziel: den anderen für sich zu gewinnen. Das scheint sich im Laufe der Schulzeit herumzusprechen.

Am fleißigsten tauschen die 13- bis 15-Jährigen Komplimente und Herzensgeständnisse aus, in dieser Zeit werden sechs von zehn Liebesbriefen geschrieben. Aber schon Zehnjährige bemühen sich um die Gunst des anderen Geschlechts. Die Hälfte aller Verfasser bedient sich, meist beim allerersten Versuch, der bewährten Formel: "Willst Du mit mir gehen? Ja / Nein / Vielleicht". Die andere Hälfte geht eigene Wege. Gerade die Jungen entdecken den Dichter in sich. Im Vergleich zu den Mädchen verfassen sie um die Hälfte öfter lange, poetische oder auch humorvolle Briefe. Die allerwenigsten vergreifen sich im Ton. Schließlich steht einiges auf dem Spiel.

Den insgesamt rund zehn Prozent der verschrobenen, aufdringlichen oder unangenehmen Botschaften stehen ebenso viele Ablehnungen gegenüber. Einfühlung und Ehrlichkeit dagegen verfehlen ihre Wirkung nicht. Für ein Fünftel der Befragten begann die erste Liebe mit einem Brief. Dem richtigen Brief. Denn die Auswahl war groß. Das ist das vielleicht überraschendste Ergebnis dieser Umfrage: Die Hälfte der mit Liebesbriefen Umworbenen konnte zwischen mehreren Absendern auswählen. Umso wichtiger war es, die Worte zu finden, die ins Herz treffen. Und den nächsten Brief zu schreiben.

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