Bewertung für Kolleg St. Blasien, Gymnasium, St Blasien
Gesamtbewertung
Aktuellste Bewertung
Peter-Michael Schabert(07.05.2013):
Je älter man wird, um so mehr schätzt man die hervorragende Ausbildung an dieser Schule incl. Internat. In der Nachkriegszeit dort…
Unterricht und Qualität der Lehrer
Schulleitung
Gebäude und Lehrmaterial
Förderung und zusätzliche Aktivitäten
Klima an der Schule
Basierend auf den Bewertungen von 22 ehemaligen Schülern.
Je älter man wird, um so mehr schätzt man die hervorragende Ausbildung an dieser Schule incl. Internat. In der Nachkriegszeit dort ausgebildet/gebildet zu werden, war ein großer Glücksfall.
Das Kolleg wurde in einem aufgeklärten Geist in sympathischer Atmosphäre von mir sechs Jahre gefördert. Eine Sozialisierung die gelegentlich die Wirklichkeit sucht, weil die Erfahrungen und Freunschaften aus diesen Tagen ihresgleichen sucht. Schade das man so ein stabiles Umfeld in Zeiten der persönlichen Schwäche zu Glaubensthemen, die sich seelisch zeigten, aufgeben musste, ein Vertrauensverlußt. In einer Krise liegt ein Schatz für neuen Sinn,ihn zu bergen ist der Gewinn. Eine Verbundenheit.
Schule und Internat sind nicht wirklich getrennt zu bewerten. Daher bezieht sich die Bewertung auch auf das Kolleg in Gesamtheit. In religiösen Fragen oft zu starr und sehr formal. In der Erziehung hin und wieder überforderte (weil zu junge) Patres. Schulisch hervorragend ausgerichtet und neben dem fachlich erforderlichen Wissen sehr umfangreiche Allgemeinbildung. Die Mischung von weltlichen Lehrkräften und Patres war sehr positiv. Vor allen Dingen mit Eintreten der ersten weiblichen Lehrkraft.
Ausgewogenes Gleichgewicht von geregelter Ordnung und freiem Belieben. "Und das Gesetz nur kann uns Freieheit geben." Was Musil und Franz Graf von Zedtwitz beschrieben haben, waren andere Anstalten.
Unterricht und Qualität der Lehrer
Motto: sapere aude! Entwickle deine Fähigkeit, deinen Verstand ohne fremde Anleitung anzuwenden! Stehende Redensart von Pater Rektor und Direktor Otto Faller: "Nur Mut!" Pater Wiedenmanns Auftritte im Unterricht (Deutsch, Geschichte) und auf der Kanzel waren rednerische Kunstwerke.
Schulleitung
Mittel der sozialen Inklusion (sagt man jetzt so?): Spaziergang außer in "freien Gruppen" (mindestens drei Zöglinge) auch in "gesteckten Gruppen" gemäß Anordnung des Abteilungspräfekten; Söhne von Eltern verschiedenen Standes sollten einander kennen lernen (Adel und bürgerlich, vermögend und unvermögend, mit guten und mit mäßigen Schulnoten). Heute nennt man das: sozhiale Kompetenz entwickeln.
Gebäude und Lehrmaterial
Die großzügige Klosteranlage aus der Zeit Kaiser Joseph des Zweiten (auch er ein Aufklärer) vermittelt großzügige innere Lebenseinstellung mit Blick auf weite Horizonte. Materielle Ausstattung: Im zweiten Jahr nach Kriegsende stellte man keine großen Ansprüche. Unterrichtsmittel war, was die Lehrer wussten und dass sie es den Schülern altersgerecht vermittelten: Ich war Oberprimaner, habe viel Nützliches gelernt und habe mich nie gelangweilt.
Förderung und zusätzliche Aktivitäten
Schülerorchester, Schülerchor, Laienspiel, Sport. Vorträge und Hauskonzerte im Habsburgersaal. Reise nach Freiburg (Bachchor Freiburg Matthäus-Passion). Materielle Möglichkeiten zeitbedingt eingeschränkt (Holzgas als Autombiltreibstoff), aber Pater Minister und Laienfratres suchten und fanden Mittel, wie man es trotzdem machen kann.
Klima an der Schule
Zwischen den Mitschülern kameradschaftlich. Die Abteilungs-Präfekten vergaben gewisse "Ämter" als Anleitung zu eigenverantwortlichen Mitgestaltung des gemeinsamen Alltags. Sprechstunden beim Abteilungs- und beim General-Präfekten: Jeder Zögling konnte sich anmelden, wurde aber auch im Turnus einbestellt und konnte schul- oder oder internats- oder altersbedingten Kummer erörtern und bekam Anleitung, sich Einsicht zu verschaffen. Soziale Inklusion habe ich schon bei Frage "Schulleitung"...
Jahrelang hatte ich ein eher gespaltenes Verhältnis zum Kolleg. Mittlerweile arbeite ich selber als Lehrer in Bayern und nun erscheint mir das Kolleg in völlig anderem Licht. Das klare Menschenbild, das die Lehrer hatten, die Liebe zu den Schülern, das Engagement (nicht nur in der Schule) waren einmalig. Schade, dass ich so weit entfernt vom Kolleg wohne, sonst wären meine Kinder ebenfalls Schüler/innen dieser Schule.
Was sich an bayerischen Schulen abspielt ist oft nur zum Heulen!
Wie jede andere Schule hatte auch das Kolleg Licht- und Schattenseiten, es bot sicherlich auch vielfältige gute Möglichkeiten. Dennoch entspricht eine Verklärung der Vergangenheit nicht der Realität, man sollte sich den objektiven Blick bewahren.
Ein der besten Bildungs- und Ausbildungsstätten die es in unserem Land gibt, die mit sehr großer Umsicht und Weitblick von Jesuiten geleitet und gefördert wird. Je weiter die aktive Schulzeit weg ist, je größer wird die Dankbarkeit die Erfahrung von sieben Jahre Kolleg gemacht haben zu dürfen.
Unterricht und Qualität der Lehrer
Überwiegend sehr angagierte und pädagogisch gut ausgebildete Lehrer.
Schulleitung
Zum damaligen Zeitpunkt hervorragend
Gebäude und Lehrmaterial
Ausgezeichnet
Förderung und zusätzliche Aktivitäten
Herausragend
Klima an der Schule
Beste Umgebung um eine erfolgreiche Bildung, Schulbildung und christliche als auch lebensvorbereitende Ausbildung zu gewährleisten.