Unterricht und Qualität der Lehrer
Viele Lehrer waren damals noch durch Kriegserlebnisse oder Vertreibung gezeichnet - körperlich behindert oder traumatisiert, aber zumeist dennoch bemüht, uns Schülern etwas beizubringen. Hervorragenden Lehrern (Horn, Prehn) standen mittelmäßige (Zerahn, Herrfurth, Ihlenfeld) gegenüber. Guter Unterricht in den Naturwissenschaften (Biologie: Schulgarten am Lindener Berg!) Insgesamt waren sich die meisten Lehrer der Verantwortung bewußt, die sie für die heranwachsende Nachkriegsgeneration hatten.
Prof. Schwind "regierte" die Schule mit Strenge - er war gefürchtet, aber nicht beliebt und sicher keinesfalls schülernah. An seine näselnd-schnarrende Stimme erinnere ich mich noch gut! Hier würde mich die Meinung des der Direktion untergeordneten Lehrerkollegiums interessieren ;-), aber leider werden die allermeisten Lehrer meiner Schulzeit nicht mehr unter uns weilen...
Uns Schülern fielen damals Mängel in der Ausstattung kaum auf - Tische, Stühle, Bänke in den Klassenzimmern, Sprossenwand, Ringe, Taue, Kasten, Bock, Barren und Turnmatten in der Turnhalle, Bunsenbrenner, Chemikalien, Reagenzgläser, optische Bänke, Linsen, Trafos, Voltmeter im Chemie- und Physiksaal waren jedenfalls vorhanden - wir konnten damals als Schüler jedenfalls noch nicht wählerisch sein. Die Schulbücher und Materialien mußten damals noch von unseren Eltern bezahlt werden!
Förderung und zusätzliche Aktivitäten
Es gab viele zusätzliche Angebote - Ruderverein und Schülerturnverein (Otto Teichert!), Schulorchester (Clauß, Fendesack), Schulchor (Dietz), die Laienspielgruppe (Windau), aber auch in der Oberstufe viele Arbeitsgemeinschaften: Philosophie (Dr. Mewes) oder Biologie (Dr. Broihahn) und etliche andere...
Eine überwiegend sehr lernintensive Atmosphäre; man war in gewisser Weise stolz, Humboldtschüler zu sein. Ein besonderes Glanzlicht war die Existenz des Schullandheims in Ovelgönne, in dem die Klassen einmal im Jahr eine Woche unter sich und fernab vom Trubel der Stadt verbringen konnten, mit Wanderungen, Museumsbesuchen, aber auch vielen sportlichen Aktivitäten. Viele prägende Erlebnisse verbinde ich mit Aufenthalten im Schullandheim. Auch an die Schulfeste in H.-Limmer erinnere ich mich gern.